Dienstag, 9. Mai 2017

Was mich am Yoga nervt - und zwar so richtig!

Hallo ihr Lieben,

es ist (erneut) soweit. Der Vegan-Vulkan bricht aus.

Bevor wir dazu kommen was mich am Yoga nervt - und zwar so richtig - will ich mal eben kurz erklären, was es mit ahiṃsā (der Gewaltlosigkeit oder dem Nicht-Verletzen) in meinen Augen auf sich hat.

Mein Kühlschrank:

 

<<lokāḥ samastāḥ sukhino bhavantu>>

 

<<Mögen alle Lebewesen überall  glücklich und frei sein.
Mögen alle Gedanken und Handlungen unseres Lebens,
zu diesem Glück und dieser Freiheit aller beitragen.>> 


(Die Karte gibt es bei schoene-karten.com)


Das is ein vielfach zitiertes Mantra im Yogabereich. Ich sehe es ständig. Instagram, Yogastudios, Tattoos, T-Shirts. Yogis schreiben es sich gerne auf die Stirn, tragen es vor sich her und mit sich rum.

Ich liebe dieses Mantra. Und ich singe und zitiere es gerne. Es schmückt sogar meinen Yogablog.

Warum? Weil meine Gedanken und Handlungen zum Glück und zur Freiheit aller Lebewesen beitragen. Bis auf drei. Siehe hier


Was hat das nun damit zu tun was mich am Yoga so richtig nervt? Offensichtlich viel!!! Denn das "kleine" Wort "LEBEwesen" wird halt von jedem Menschen anders ausgelegt. Während für mich beispielsweise "sogar" eine Biene ein LEBEwesen ist, stellen andere nicht mal den Bezug zwischen einem Schwein und LEBEN her.

Schaut euch bitte das mal an, so richtig. Und dann geht es weiter im Text.





Darf ich vorstellen? Oskar. Den hab ich hier schon erwähnt. Ja, das ist eine Fotolovestory. Warum auch nicht. Oskar atmet. Oskar isst. Oskar schläft. Oskar friert. Oskar hat Angst. Oskar wird gern gestreichelt. Oskar schnurrt wie eine Katze. Oskar macht die Augen zu wie Finn (mein Hund) wenn ich ihn knuddel. Oskar hat seinen eigenen Kopf. Und Oskar hatte Glück. Der Zuchteber ist statt beim Schlachter auf Gut Aiderbichl gelandet. Und Oskar ist ein Lebewesen.

So sind auch Maderhunde, deren Fell für Pelzkrägen verwendet wird, Lebewesen. So ist das Huhn, das mittags beim Inder auf dem Teller landet, ein Lebewesen. So ist die Katze meiner Nachbarin ein Lebewesen. So ist der Elefant in Afrika (oder leider auch im Zoo) ein Lebewesen. So ist der Tiger in Asien (oder leider auch im Circus Krone) ein Lebewesen. So sind die Fische der Töchter einer Kollegin Lebewesen. Wie auch die, die im Sushi enden. So leidet eine Kuh, die mit einem Jahr künstlich besamt wird. Während sie trächtig ist. Und noch viel mehr sobald ihr das Kalb weggenommen wird, damit der MENSCH an ihre KUHmilch rankommt. 


Was mich am Yoga nervt - und zwar so richtig:
Wieso fehlt es hier an Zusammenhang? Wieso singt man fröhlich

<<Mögen alle Lebewesen überall  glücklich und frei sein.
Mögen alle Gedanken und Handlungen unseres Lebens,
zu diesem Glück und dieser Freiheit aller beitragen.>>


wenn man es dann nicht tut? Wenn die Verbindung fehlt? Wenn eben nicht ALLE LEBEwesen gleich behandelt werden? Wenn es offensichtlich auf die Menschen beschränkt wird?

Und jetzt kommt erst die Crux an der Geschichte:

Wer zieht den Maderhunden ohne deren Betäubung das Fell ab? Wer tötet das Huhn? Wer streichelt die Katze? Wer dressiert (=quält) und "pflegt" den Elefanten? Wer füttert den Tiger im Zoo mit Giraffen? Wer schmeißt Haie ohne Flossen zurück ins Meer, damit sie qualvoll am Meeresgrund sinken? Wer entsorgt die MASSEN an Beifang? Wer besamt Kühe, bringt Kälber weg, setzt den Bolzenschuss im Schlachthaus und teilt noch lebende Kühe in Hälften?

DAS SIND MENSCHEN!!!


Also hört mir auf mit eurem "Die Tiere sind mir egal"-Gesülze und denkt mal ein bisschen weiter.
Ich. Kotze. Im. Strahl.

Und das wollte und sollte einfach mal raus. So.

Heute extra viel "om" und "śānti śānti śānti". Das heißt Frieden. Und ich schicke ihn generell zu meinen Schülern, zu den Menschen in deren Umfeld und zu ALLEN LEBEWESEN auf dieser Welt. 


Denn:

<<lokāḥ samastāḥ sukhino bhavantu>>

<<Mögen alle Lebewesen überall  glücklich und frei sein.
Mögen alle Gedanken und Handlungen unseres Lebens,
zu diesem Glück und dieser Freiheit aller beitragen.>>


Ich wage zu behaupten: Ich habe es verstanden. Und ihr?

Danke für euch und Sonnengrüße von Herzen,
Claudi

1 Kommentar:

  1. Genauso genervt bin ich von vielen Mitchristen, die vegan als seltsam, Uebertreibung oder Sektiererei sehen. Liebe, Frieden schoen und gut, aber den Zusammenhang zwischen Leid fuer Nichtigkeiten (Essen, Kleidung, Tradition) und dem Verlust dieser Werte ignorieren? Wie geht das? Und wie kann man die Menschen in der Thematik dann auch noch ignorieren? Was ist mit Schlachtfabrik- oder Gerbereiarbeitern, oder den Anwohnern solcher Unternehmen....

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