Dienstag, 1. November 2016

Tierrechte: Kuhmilch

Hallo ihr Lieben,

wie bereits angekündigt folgt nach diesem Blogeintrag noch einer zum Thema Tierrechte. Heute ist ja auch Weltvegantag. Passt prima.

Die Frage war ursprünglich:

Kuh-Milch oder Tofu? Was ist besser für die Umwelt?


Warum?
In der Abendzeitung wurde am letzten Montag ein Artikel über ein vegetarisch/ bayrisches Kochbuch veröfffentlicht. Inklusive großer Schlagzeile auf dem Cover! Zuerst hab ich mich sehr gefreut. Aber beim Lesen dann nur noch den Kopf geschüttelt.

Einer der Autorinnen des Buches gehört ein Milchviehbetrieb. Sie erzählt im Interview u.a., dass Milch regional sei, während das Soja welches für Tofu und Fleischersatzprodukte verwendet wird, ja aus dem Regenwald stammt.

Bevor ich gleich auf mein Herzensthema Kuh-Milch eingehe, hier meine Meinung dazu:
Kuh-Milch mag im Fall der Autorin regional sein - aber welcher Großstädter kauft bitte regionale Kuh-Milch ein? Alle Allesesser und -trinker die ich kenne, holen ihre Kuh-Milch im Supermarkt oder Discounter. Manche (Ausnahmen!) im Biomarkt.

Viel mehr enttäuscht mich aber, dass die Abendzeitung Aussagen zum Soja nicht überprüft. Ich kann mit absoluter Sicherheit behaupten: Für noch kein einziges Soja-Produkt das ich gekauft habe, wurde der Regenwald abgeholzt.

"Mein" Soja ist Bio und stammt aus Frankreich, Österreich, dem Schwarzwald. Es hat mit der Regenabholzung mal überhaupt nix zu tun.

Weltweit gehen nur 10% der Sojaernte in Produkte die DIREKT für den Menschen bestimmt sind. Die restlichen 90% (!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!) werden als TIERFUTTER verwendet um indirekt die Allesesser und -trinker zu versorgen. 


Hiermit ist eine schöne Überleitung gespannt zum Thema Kuh-Milch und Umwelt:
Wusstet ihr, dass für einen Liter Kuh-Milch 1.000 Liter Wasser benötigt werden? Habe ich in Cowspiracy gelernt. Mal davon abgehen, dass ein Tetra Pak Milch von wohl hundert Kühen enthält und noch dazu Eiter wegen der entzündeten Euter plus Jod (Achtung bei Schilddrüsen-Problemen!) um diese zu reinigen.

Davon abgesehen verstehe ich nicht, wieso bei der großen CO2/ Methan- Diskussion immer nur an Rindfleisch gedacht wird. Auch Kühe die Milch herstellen pupsen! Schade, dass beispielsweise auch in "Before the Flood" lediglich auf Fleisch eingegangen wird und die Problematik Massentierhaltung so kurz erwähnt wird (es ist dennoch ein sehenswerter Film!).

Meine Gedanken zur Herstellung von Milch habe ich bereits festgehalten. Als ich im Sommer das Greenpeace Magazin (in dem auch ich drin vorkomme) erhalten habe, war es mir eine riesengroße Freude die Doppelseite mit einer Grafik zum Thema zu sehen. 


Heute darf ich sie hier veröffentlichen:


Bitte klickt zum besseren Lesen auf die beiden Link:
Greenpeace Magazin, Essen Spezial, Ausgabe 05_16, Seite 46
Greenpeace Magazin, Essen Spezial, Ausgabe 05_16, Seite 47

Dem Team vom Greenpeace Magazin danke ich aus tiefstem Herzen für die Recherche, die Veröffentlichung und dann noch die Erlaubnis das hier zu teilen. Die eben erwähnte Ausgabe empfehle ich hiermit gerne erneut bedingungslos.

Es ist schlichtweg so:
  • Kuh-Milch kann nicht ohne Grausamkeiten an Tieren hergestellt werden.
  • Es ist falsch Tiere gegen ihren Willen zu besamen, ihnen ihre Kinder schnellstens wegzunehmen, diese dann künstlich (siehe oben) zu ernähren um sie bald zu töten (männliche Kälber) oder für das gleiche Schicksal (weibliche Kälber) ein paar Monate (sie sind bei der ersten Besamung noch Teenager) später zu missbrauchen.
  • Der Mensch verwendet auch keine Milch von Hunden oder Katzen - warum von Kühen, Ziegen, Pferden, Schafen? 
  • Wer das Bild von der glücklichen Kuhmama die mit ihrem Baby auf der Weide steht im Kopf hat, wo der Bauer mal eben vorbei kommt und sich ein bisserl Milch für den Eigengebraucht abzwackt, verwirft das bitte endgültig.
  • Wie traurig der Herstellungsprozess von Fleisch ist, haben viele Menschen mittlerweile wahrgenommen. Auch, wenn sie noch nicht darauf verzichten. Immerhin ist das Thema in aller Munde.
  • Doch für mich ist es wahre Tierliebe, noch einen Schritt weiterzugehen.

Und da zieht dann eine vegetarische Kochbuch Autorin, die das aus Tierliebe geschrieben hat (weil es Fleisch ja nicht braucht), über Soja her???????


Auch an dieser Stelle freue ich mich sehr auf eure Gedanken zum Thema.

Sonnengrüße,
Claudi

Kommentare:

  1. Ich frage mich auch immer, wie das sein kann. Muss ja jeder für sich entscheiden, welche Konsequenzen er zieht - aber warum will es nicht in die Köpfe rein, dass Milch unethisch ist, unter vielerlei Gesichtspunkten mindestens genauso unethisch wie Fleisch? Insbesondere Vegetarier ignorieren diese Argumente mit einer Sturheit, die kaum zu überbieten ist (und dem klassischem Fleischesser ist das ja ohnehin alles ziemlich egal). Vielleicht ist es eine Art Schutzmechanismus - "wenn ich das Problem ignoriere, muss ich mich nicht mehr damit auseinandersetzen, außerdem leiste ich ja schon meinen Beitrag, indem ich auf Fleisch verzichte"...

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  2. Ich denke, es gibt auch Vegetarier/innen - ja wahrscheinlich sind es sogar die meisten -, welche eure Argumente und das ganze von uns mit-verursachte Leid nicht einfach stur ignorieren. Sie wollen oder können aus ihren Gründen ein Leben nicht mit diesem "ganz-oder-gar-nicht" nicht so "gut" wie ihr realisieren. Und tun dann halt auf ihre Weise, in ihrer Situation und mit ihrem Umfeld ihr Bestes. Manchmal gehört eben ein bisschen "schön-Reden" sowie "schön-Sehen" (ich sehe hier in der Schweiz tatsächlich oft Kühe mit Hörnern, sie grasen fast den ganzen auf unseren Weiden... hm, ich weiss...) auch dazu. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Haltung mehr Verständnis auf beiden Seiten fördert. Also bitte: bleibt hart in der Sache, aber weich zu den Menschen.

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    1. Ich lebe auch in der Schweiz, auf dem Land, und sehe die Kühe auf der Weide mit ihren Kälbchen (ganz "idylisch", mit ihren Glöckchen, die ein anderes Thema sind). Ich habe mich direkt beim Bauer informiert, und es ist so, dass die Kühe, die auf der Weide sind, die so gennante "Fleischkühe" sind (deswegen sind die Kälbchen bei ihnen und werden direkt von der Mutter gefüttert, da ihre Milch nicht für die Milchproduktion genommen wird), aber die s.g. "Milchkühe" bleiben das ganze Leben lang im Stall, da es so viel einfacher ist, sie zu melken. Also, die Kühe werden sogar in zwei Kategorien getrennt: "Fleischkühe" und "Milchkühe". Wie viele Leute wissen es?

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    2. Danke für die Antworten. Ja, die Idylle täuscht tatsächlich. Aber ganz so ist es dann doch nicht: Bio Milch-Kühe und Milch-Kühe im sogenannten RAUS Programm (rund 80 Prozent aller Kühe in der Schweiz) sind - naja, so lauten zumindest die Vorschriften - von Frühling bis Herbst mindestens 26 Tage auf der Weide und im Winter haben sie zumindest 13 Tage Auslauf. Ich höre auch oft anderes, also dass Kühe hier gar nie raus können, habe auch schon anderes gesehen, traurig angebundene Kühe. Und genau das meine ich: Wie soll man sich bei so vielen Informationen, Fehlinformationen und persönlichen Eindrücken noch zurecht finden, was ist "falsch", was "richtig"? Richtig ist eine "Milchindustrie" sicher nie. Da bin ich natürlich überzeugt.

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    3. Liebe Rocío,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Das ist ein Aspekt der mir wirklich nicht so sehr bewusst war, bzw. den ich immer wieder verdränge oder vergesse.
      Schön, dass du darauf hinweist.

      Hallo Twilight Snob,

      Danke auch dir für den erneuten Kommentar. Im Endeffekt sind Programme wie das von dir beschriebene ja nur Mittel zum Sinn und Zweck der Schöndenkerei. Ich geb dir absolut recht: Richtig ist es nie! Wie auch immer es umgesetzt wird.
      Ich hab mal einen heftigen PETA Spot gesehen. Ein Krimineller nimmt der Menschen-Mama kurz nach Geburt ihres Kindes dieses unter großem Geschrei beiderseits weg. Sie ist mit Händen und Füßen am Krankenhausbett gefesselt und kann sich daher nicht wehren. Geht mir nicht mehr aus dem Kopf...

      An euch beide Sonnengrüße von Herzen durch das Grau aus München,
      Claudi

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    4. Danke Claudia, wenn ich darf, möchte ich dazu gerne einen Filmtipp geben:
      http://www.srf.ch/sendungen/myschool/kuh-schweiz
      In diesem Film wird das Leben beziehungsweise Leiden von "Milchkühen" und "Fleischkühen" in der Schweiz ohne diese Schwarz- und Weiss-Malerei dokumentiert. Ich finde, diese realistische Darstellung hilft Veganerinnen/Veganern, im Gespräch mit Kuhmilch-Konsumentinnen/Konsumenten gut zu argumentieren.

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    5. Och, vergessen: Sonnengrüsse zurück aus der grauen Schweiz ins wunderschöne München :-*.

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    6. Klaro :) Immer her mit Filmtipps. Schau ich mir am Wochenende mal an. Dankeschön <3

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    7. PS Nein, geht nicht. Kann ja "nur" gekauft werden. Aber trotzdem Danke für den Hinweis :)

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    8. Ja, leider, kostet halt alles ;-). Aber kannst es wenigstens auch nach DE bestellen: http://www.buecher.de/shop/filme-auf-dvd/kuh-schweiz-2-vom-kuh-sein/dvd/products_products/detail/prod_id/34771618/

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  3. Ich sehe das wie folgt:
    Als ich (immerhin 20 Jahre lang) Vegetarierin war, wäre ich NIE auf die Idee gekommen, dass Tiere für Eier oder Milch leiden müssen - geschweige denn getötet werden.
    Ist so.
    Das mag dem ein oder anderen blind vorkommen. Doch genau das ist der Grund, weswegen ich jeden Vegetarier verstehe.
    Leider ist das eben nicht wie bei Zigaretten, mit abschreckenden Fotos auf den Produkten. Der Verbraucher wird mit "Glückliche Kuh steht mit Kalb auf der Weide und die Bäuerin kommt vorbei und Melkt" in die Irre geführt.
    Auch hier wieder: Man mag den Verbraucher als naiv sehen - aber letzten Endes liegt es einfach daran, dass sich viel zu wenig Menschen damit beschäften, WAS sie essen, WIE es hergestellt wurde und WO es herkommt.
    Das alles hat aber nichts mit meinem großen Wunsch zu tun, dass immer mehr Menschen hinschauen und überlegen bevor sie konsumieren.
    Daher will ab und an so ein Blogeintrag geschrieben werden.

    Sonnengrüße von Herzen,
    Claudi

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  4. Hallo Claudi,
    bei mir ist es wie bei dir, ich war (leider nur) 4 Jahre Vegetarierin bis ich endlich meine Augen richtig aufgemacht habe und festgestellt habe, dass ich es nicht mehr verantworten kann, Milchprodukte zu konsumieren. Eier habe ich schon vorher verbannt, weil ich sie einfach nicht brauchte und sonst immer nur schlecht wurden. Jetz lebe ich 2 Jahre vegan und finds immer traurig, dass sich keiner in meinem Umfeld Gedanken über ihren Konsum macht. Ich bin die unnormale und setze mich diesen "Gefahren" aus, in dem ich keine tierischen Produkte in mich reinstopfe. Und Soja ist ja auch so ungesund! Ja is klar! Veganer ernähren sich ja nur von Soja, gell? ;)
    LG Lisa

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    1. <3 Ach Lisa, ich kenn diese Gefühle nur zu gut.
      Fühl dich geherzt, ich schick dir liebe Grüße,
      Claudi

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